Manchmal ist das Leben ja eher eintönig, manche sagen auch langweilig dazu. Heute war mein erster Ferientag und der war alles andere als eintönig oder gar langweilig. Ich hab mal wieder voll am gesellschaftlichen Leben teilgenommen *grins*
Ich fang mal von vorne an:
Anfang der Woche verschwand meine Tasse. Nicht irgendeine Tasse, sondern eine meiner Lieblingsbürotassen (ich hab 3 Lieblingsbürotassen). Normalerweise spül ich die Tassen mittags, bevor ich gehe, von Hand. Montagmittag aber hatte ich keine Zeit mehr. Ich schaute in die Spülmaschine und siehe da: voll! Die ist oft voll, ohne das jemand auf die Idee kommt, dat Teil mal anzuschmeißen (aber wem erzähl ich dat). Ich also meine Tasse dazugestellt, son Tabdingen hineingeben, die Spülmaschine angemacht und frohen Mutes ab nach Hause. Am nächsten Morgen war die Maschine ausgeräumt (brav
)… und ich machte mich auf die Suche nach meiner Tasse…. vergeblich. Da ich dazu neige, morgens mit der Kaffeetasse auch schonmal andere Büros auf ein Schwätzchen aufzusuchen, bin ich erstmal alle Möglichkeiten abgelaufen… aber nix. Dass ich die Tasse Tags zuvor in die Spülmaschine gestellt hatte, hab ich nicht geträumt.
Guter Rat war teuer: Entweder hat der Spülmaschninenausräumer die Gute zerdeppert
oder jemand meinte, es wär doch mal schick, die auch mal zu benutzen. Ich hoffte natürlich auf letzteres. Ich hab ich ein nettes Plakat entworfen und dasselbe in der Küche ausgehängt: Tasse entlaufen. Falls sie jemanden über den Weg läuft, einfangen und in der Küche auf der 2. Etage einsperren oder nach meiner Dienstzeit in meinem Büro auf den Schreibtisch stellen. Das Motiv der Tasse hatte ich zum Glück im Internet gefunden, also gabs noch ein hübsches Bild dazu. Und nun war abwarten angesagt. Gestern musste ich migränebedingt zu Hause bleiben und heute morgen: Ein seeliges Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus:
Ich werd in Zukunft meine Tassen nicht mehr in die Hand der Spülmaschine geben. Heute hab ich sie bewusst nach altertümlicher Art gespült und vorsichtig in meinen büroeigenen Geschirrschrank gestellt……
Zuhause hab ich dann erstmal ne Einkaufsliste fürs Weihnachtsessen geschrieben und da ich sonst nix zu tun hatte, hab ich mein Nachmittagsschläfchen genossen. Um 17.00 Uhr geht das Telefon und die Lieblingsbuckelige* fragt: “Sollnmer Kirschbier?” “Och, wollt ich eh noch machen!”
Also, warm eingepackt und ab in die Stadt zum Weihnachtsmarkt. Dort gibt es einen Mittelaltermarkt, wo es einen Stand gibt, der heißes Kirschbier anbietet. Ich liebe dieses Gesöff. Aber nur wenns kalt is und auffm Weihnachtsmarkt. Ich glaub, zuhause schmeckt das dann gar nicht so richtig. Ist wie mit Jägermeister, der schmeckt auch nur, wenn man ihn mit besonderen Menschen zusammen saufen genießen kann
Lange Rede kurzer Sinn: Wir zwei beiden sind dann natürlich noch ein bisschen bummeln gegangen. Die Buckelige* brauchte noch eine Idee für die Nichte (wat meine Tochter is). Wir also die Geschäfte der Essener City abgegrast…. und just in der Abteilung für Dessous gelandet. Dort haben wir dann mal geguckt, wat die Mode für untendrunter außer Baumwolle noch so zu bieten hat.
Ich hab echt nicht schlecht gestaunt, als ich dort Kittelschürzen auf einem Ständer entdeckte. Ich dachte, die wären seit Mama jung war, ausgestorben
Aber nix! Die gibbet wirklich noch! Und dat schlimmste: Die sehen noch genauso aus wie zu Mamas bester Kittelschürzenzeit
Für die Jüngeren unter Euch: Das ist quasi so eine Ganzkörperschürze (nich zu verwechseln mit einem Ganzkörperkondom!) aus vorzugsweise Polyester, die die “Hausfrauen” früher getragen haben, um bei der Hausarbeit ihre Kleidung nicht zu beschmutzen. Normalerweise wurde darunter eigentlich nix getragen. Wenn ich heute nen Jogger oder nen Schlabbershirt anziehe, wenn ich in der Wohnung mal was tu, haben die Frauen damals halt sowelche Kittelschürzen getragen. Ich kenn meine Mama z.B. als Kind nur mit sonem Dingen…. eigentlich praktisch, aber ich find, die könnten doch ein bisschen schöner aussehen
Nach diesem Exkurs in Sachen: Wat hat man damals getragen, drehte sich die Buckelige um und stieß einen fast entzückten Schrei aus: “Guck ma”! Tatsächlich, in der Dessous-Abteilung des Kaufhauses gab es noch mehr altertümliche Dinge zu entdecken! Kennt jemand noch diese gesteppten Bademäntel in den klassischen Farben? Unglaublich, dass ich die Dinger tatsächlich nochmal in echt zu sehen bekomme! Wir konnten uns nur leider nicht entscheiden: der rechte oder linke?
Nach diesem Erlebnis haben wir uns dann noch bei den Herrenschlafanzügen rumgetrieben. Auch nich grad der Brüller, wat es da so gibt. Sowat richtig schickes kann man da auch nich finden. Und ich glaub mein Gatte wär über son Schlawi mit nem Snoopy drauf auch nich wirklich begeistert. Aber da es an der Zeit war, dem Herrn mal wat neues mitzubringen haben, wir uns spontan für den klassischen Zweiteiler in gedeckten Farben entschieden. In XL. Ich find, mein Hase sieht aus wie XL….
Da es kein Weihnachtsgeschenk sein sollte (wir schenken uns nix), konnte er meine Kaufentscheidung auch gleich grad vorhin anprobieren. OK, ich glaub der läuft noch ein! Bestimmt läuft der noch ein! Einen von den beiden haben wir dann eingepackt gelassen und drückt mir bitte die Daumen, dat der andere nach der Wäsche wirklich noch einläuft
Schlafanzüge laufen immer ein, oder? Die sind geradezu zum Einlaufen gemacht….. Und er hat nich gesacht: wenn, dann kauf L. Das wüsste ich, ich hör immer genau zu, wenn mein Mann wat zu mir sacht…..
L? pffffffff, niemalsnich
(*Buckelige = Verwandte / *Lieblingsbuckelige = Lieblingsverwandte)



21. Dezember 2007 um 06:04
*rofl*
Das is ja der Hamma 

Mein lieber Scholli, was Du alles so erlebst
Solche schicken Stepp-Bademäntel hab ich bei uns hier übrigens noch NIE gesehn!!!!
Kittelschürze dagegen ist mir sehr wohl bekannt. Auch bei uns gibts noch Exemplare, die tatsächlich auch auf der Straße in solch schicken Gewändern rumlaufen…
Aber…… hat die Bucklige denn nu eigentlich was für die Plage gefunden?
21. Dezember 2007 um 07:46
Ich glaub, sie hatte sich dann für den rechten entschieden… neee, hatse noch nich, aber is ja auch noch Zeit
auf jeden Fall gibts ne Idee (die ich aber für den Fall, dass der Feind mit liest nicht verrate
)
21. Dezember 2007 um 08:11
Ja ja Kittelschürzen, in dem Dorf aus dem mein Dad kommt, ist das noch Gang und Gäbe. Da wird an Wochentagen morgens nur Schlüpper, Mieder und Strümpfe angezogen und dann die Kittelschürz drüber. Die gehen damit auch einkaufen usw. Nur wenn man “in die Stadt” fährt oder sonntags in die Kirche geht, wird richtige Kleidung angezogen.
Also bei mir können Schlafanzüge nieeeeee groß genug sein, ich finde das vieeeel bequemer. Kaufe immer Elefantenbullengröße
21. Dezember 2007 um 13:16
Meine Mutti hat auch immer Kittelschürze getragen
Und das schlimmste: Sie hatte bestimmt 20 Stück im Schrank, aber immer die drei gleichen an, die schon an diversen Ecken und Enden gestopft waren
Jaaaa und ich glaube bei uns im Dorf gibt es sicher noch Leute, die das auch noch tragen