Wer mich kennt weiß: Ich bin eher der Typ, der in sich ruht. Rege mich eigentlich auch nich schnell auf und bin notorisch guter Laune (außer morgens vor dem 1. Kaffee). Gezz grade hab ich aber ein Hälsken, und um den Kropf nich größer werden zu lassen, habe ich gerade meinen Mann angeschrieen über meinen Ärger informiert und lass demselben auch hier mal freien Lauf:
Folgendes hat sich zugetragen: Da wo ich wohne, herrscht Dauerparkplatzmangel (mal zum Affentausch rüberzwinker). Zuviele Anwohner/Autos, zuwenig Parkmöglichkeiten. An manchem Abend dauert es locker 1/2 Stunde bis man ca. 300 m (Luftlinie) einen gefunden hat. Is ja nich weiter schlimm, man gewöhnt sich an alles. Vor ca. einen 3/4 Jahr hat eine Dame ein Büro in unserer Straße eröffnet. Im Erdgeschoss. Der Vorgarten wurde asphaltiert und dort prangern an der Hauswand nun 2 Schilder: Privatparkplatz.
So weit, so gut…. Auf eine nette Anfrage vor ca. 1/2 Jahr wurde mir versichert, dass die durchgezogenen Linien, die die Straße vor dem „Privatparkplatz“ als Parkverbotszone ausweisen sollen, in Auftrag gegeben worden sind. Bis heute is nix passiert.
Einmal schon wagte ich es, dort zu parken (es stand kein Auto auf dem „Privatparkplatz“), wurde aber höflich wegkomplimentiert (als höflicher Mensch bin ich der Aufforderung gefolgt). Nachdem ich heute Abend (das Büro war zu, es stand kein Auto dort) 20 Minuten auf Parkplatzsuche war, hatte ich die Faxen dicke und hab mich dort hingestellt. Sofort ging ein Fenster im 1. Stock auf und ich wurde wieder höflich wegkomplimentiert (und als höflicher Mensch…s.o..). Morgen werde ich mich auf jeden Fall erkundigen, in wie weit das eigentlich rechtens ist.
Für eine Garage zahle ich locker 80-120 Euro im Monat. Und bei unserer Parkplatznot fände ich es eine Frechheit, dass jemand nix für 2 Parkplätze zahlen müsste. Wenn ich zu hören bekomme, dass das, was dort geschieht, rechtens ist, werde ich meinen Vermieter bitten, unseren Vorgarten zu asphaltieren und 3 nette Schilder an der Hauswand anzubringen. Wenn ich die Kosten für die Asphaltierung durch die 4 Mietparteien teile, haben wir die Kosten locker in 1-2 Jahren wieder drin.
Dann muss ich mich nur über einen meiner Mitbewohner hier im Haus ärgern, wenn der/die eher da war als wie ich.
*schnaub*



29. August 2007 um 07:58
:tröst: ganz ruhig Brauner, aber ich kann Dir nachfühlen, hatte zwar bis jetzt immer Glück mit nem Parkplatz bei Dir
aber dolle ist die Situation wirklich nicht. Also falls das wirklich rechtens ist, würde ich an Eurer Stelle auch auf dat bißchen Vorgarten verzichten. Ich bin auf das Ergebnis der Nachfrage gespannt.
29. August 2007 um 15:33
shreki, du hast doch IMMER glück mit parkplätzen
notfalls fährste ja sogar über die gleise
30. August 2007 um 07:09
Iiiiiiiiiiiiiiich
:pfeiff: nieeeeeeee :rofl:
30. August 2007 um 07:20
Bigi, ich fürchte Du musst Deinen Vermieter einschalten.
Ich glaube, dass ich aus eigener Erfahrung (auch ich hab mal lange Zeit mitten in einer Altstadt gewohnt) ziemlich sicher sagen, wie hier die Rechtslage ist. Außerdem hatte ich so einen Fall als mündliche Prüfungsaufgabe damals während meiner Ausbildung.
In § 859 Abs. 3 BGB ist die Rede von „Besitzentziehung“. Die Rechtssprechung wendet diese Regelung gerade auch bei Privatparkplätzen an. Ein solcher liegt dann vor, wenn das Grundstück auf dem der Parkplatz liegt einem Privatmann gehört UND dieser entweder NICHT frei zugänglich oder ausdrücklich als solcher gekennzeichnet ist. Auch wenn es ungerecht erscheint: Der Grund und Boden gehört jemandem und derjenige kann überwiegend frei darüber verfügen! Er darf sogar „sofort“ gegen die „Besitzentziehung“ vorgehen, wenn jemand unberechtigt darauf parkt. Das heißt, wer ein unberechtigt parkendes Fahrzeug innerhalb von zwei bis drei Stunden entfernen lässt, der kann die Kosten dafür von dem Halter des parkenden Fahrzeuges zurückverlangen. Das haben deutsche Gerichte so bestätigt. Insofern ist das „Wegkomplimentieren“ nicht nur rechtns, sondern sogar noch kulant!
Gut, ich bin wirklich kein Jurist, bin mir aber ziemlich sicher, dass es sich so verhält, wie ich oben beschrieben habe.
Bin aber auch gespannt, was Du als Auskunft erhältst.
31. August 2007 um 06:11
Sodele, bin jetzt auch nicht schlauer als wie vorher:
Ich darf niemanden einparken! Ok, das wusste ich auch vorher schon, dat wäre ja dann Nötigung. Auf den Parkplatz vor dem Privatparkplatz dürfte ich mich stellen, aber dann könnte ich evtl. abgeschleppt werden. Das würde dann einen Rattenschwanz nach sich ziehen, weil ja der, der die Abschleppung veranlasst hat, dat Geld von mir wiederhaben will, ich aber dann nich einsehe, dat ich dat bezahlen soll…usw……. kann sich ja jeder denken, dat dat mehr Ärger bedeutet, als wie 1/2 Std. parkplatzsuchen…..
@Micha: Besitzentziehung? Heidernei! Sowas würd ich niemalsnich tun!
ich hab nicht auf dem Parkplatz gestanden, sondern auf der Straße. Der Privatparkplatz ist nur zu befahren, wenn man über den Bürgersteig fährt. Wenn ich da also jetzt auffer Straße stehe, kommt die Gute nicht dahin, wose hinwill. Und da hätt ich dann gerne weiße Streifen auffer Straße, die mir sagen: Halt, hier darfs du nisch stehen.
Aber egal: Ich Ärger mich gezz nich mehr, gibt wichtigere Dinge im Leben
31. August 2007 um 06:28
Achsoooooo… Siehste, jetzt hat der Älbler das auch kapiert!
Ich dachte, Du standest AUF dem Parkplatz! Davor is ja aber fast noch schlimmer, Du alte Nötigerin Du!
Aber im ernst: Du hast schon recht! Es gibt Wichtigeres im Leben. So langsam lern auch ich als (Achtung Insider!) „Schabe“ das auch.
Ein bisschen mehr Gelassenheit macht weniger Magengeschwüre und das Ergebnis ist dasselbe.
Oder wie sagt der Dalai Lama: „Drop the thought!“
31. August 2007 um 15:42
Kenau! Oder wie der alte Horaz mal zu sagen pflegte: „Carpe diem“
Ich hab grad ein Deschavü: Hat uns Laith nich mal ein Liedchen darüber geträllert?